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So klirrt’s im Glas: Eis in Cocktails

Von: Nora am 10. April 2012 Ein Kommentar

Was wäre der Cocktail ohne Eis? Un-denk-bar, denn die niedrige Temperatur trägt eindeutig zum Genuss eines Cocktails bei. Und dieses wunderschöne Geräusch, wenn die Eiswürfel aneinander und an die Glaswand schlagen … Wo die Wissenschaft der Eiswürfel heute steht, und was ein Hammer und die Titanic damit zu tun haben? Unser Blog zum Thema Eis!

Fast ganz genau hundert Jahre ist es her, dass die Titanic bei ihrer Jungfernfahrt kurz vor Neufundland mit einem Eisberg kollidierte, mit einer ziemlichen Menge jenes Stoffs, der für einen guten Cocktail unersetzlich ist: Eis. Ob als Würfel, crushed oder im Block – Eis ist eine ganz wesentliche Zutat für das gepflegte Mixgetränk und löst heiße Diskussionen aus. Auf der Titanic wäre man ziemlich dicht dran gewesen … aber muss es wirklich Polareis im Glas sein, wie manche Cocktailliebhaber bereits fordern?

Barbesitzer Oliver Ebert meint, die Wasserqualität sei für den Geschmack nicht entscheidend, er verwendet abgekochtes gefiltertes Leitungswasser für sein Eis. Jedoch ist ihm die Form des Eises umso wichtiger. In seiner Berliner Cocktailbar „Becketts Kopf“ kommt der Sazerac mit nur einem Eiswürfel auf den Tisch. Der allerdings ist groß, sehr groß. Oliver Ebert ist überzeugt, der Rieseneiswürfel gibt weniger Wasser ab als mehrere kleine. Scheint einleuchtend, schließlich ist die Oberfläche des großen Eiswürfels deutlich kleiner als die mehrerer kleiner, und an der Oberfläche beginnt das Eis zu schmelzen.

Im Shaker kühlt das Eis das Getränk in kürzester Zeit auf bis zu minus sechs Grad herunter, und es setzt der Vorgang ein, den die Wissenschaft als Dilution bezeichnet, die Verdünnung. Viele Cocktails brauchen etwas Wasser, damit sie ihre Aromen voll entfalten. Dennoch soll der Cocktail nicht verwässern … Grundsätzlich gilt: Je mehr Eis man verwendet, desto länger bleibt das Mixgetränk kühl, es schmilzt langsamer und der Cocktail wird weniger schnell verdünnt.

Bei Mixgetränken wie zum Beispiel dem Caipirinha ist ein anderer Effekt gewünscht: sie benötigen viel Schmelzwasser und werden mit Crushed Ice zubereitet. Wenn eine Eismaschine gerade nicht zur Hand ist, kann das Crushed Ice auch sehr einfach selbst zubereitet werden: Eiswürfel in ein frisches Geschirrtuch einwickeln und auf eine harte Unterlage schlagen bzw. mit einem harten Gegenstand darauf hauen. Ein schlichter Hammer oder ein Fleischklopfer ersetzen dabei gut und gern geballte Muskelkraft. Crushed Ice kann wirklich jeder machen!

Überhaupt ist in Sachen Eis das Selbermachen angeraten: Barmann Oliver Ebert hat in seiner Kühltruhe telefonbuchgroße Boxen, in denen er sein Leitungswasser über 48 Stunden gefriert. Die Eisplatten zerlegt er dann mit einem Eispickel in Würfel mit etwa sechs Zentimeter Länge.

Sein japanischer Kollege Hidetsugu Ueno aus dem High Five in Tokio geht noch weiter: er meißelt vor den Augen des Gastes seine „Japanese Ice Balls“ aus einem Eisblock heraus, Durchmesser: sechs Zentimeter. Tja, es scheint letztlich doch auf die Größe anzukommen … Eine prima Idee für die Showeinlage auf der nächsten Cocktailparty zuhause!

Das könnten wir auch gleich mal ausprobieren … vielleicht mit einem Chocolate Sazerac mit BOLS Cacao White oder einen Cheesecake mit BOLS Yoghurt, hier macht sich eine Rieseneiskugel auch sehr gut. Cheers!

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